EUROPA 2001 - 2015

Mit seinen beinahe 50 Ländern, mit seiner grossen Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Sehenswürdigkeiten bietet dieser Teil der Welt auf relativ kleinem Raum mehr als jeder andere. Europa ist der interessanteste Kontinent, den wir kennen.

 

Obwohl wir Europa intensiv bereist haben, bleiben noch einige weisse Flecken übrig (Albanien, Estland, Finnland, Irland, Island, Kasachstan, Kosovo, Lettland, Litauen, Moldawien, Montenegro, Nord-Mazedonien, Russland, Ukraine, Weissrussland, Zypern). 

Deutschland (07. Juli 2001) / Rundreise Nordost-Europa

Mit dem Camper aus der Schweiz kommend

Chiemsee, Herren-Insel

Früh am Samstagmorgen fahren wir in der Schweiz zur 5-wöchigen Rundreise durch Nordost-Europa los.

 

Durch Bregenz und an München vorbei gehts in den Osten. Beim grössten See in Bayern - dem Chiemsee -  machen wir einen ersten Stopp. Bekannt ist der See vor allem durch zwei seiner drei grösseren Inseln. Auf der Frauen-Insel befindet sich ein Benediktinerinnen-Kloster, auf der Herren-Insel stehen zwei Schlösser. Das alte Schloss (ehemaliges Kloster) und das neue Schloss des Märchenkönigs Ludwig II. (Schloss Herrenchiemsee) wollen wir uns ansehen und lassen uns daher mit einem Touristenboot auf diese Insel fahren.

 

Da wir uns in Nordost-Europa viel vorgenommen haben, fahren wir nach wenigen Stunden auf der Herren-Insel bald wieder auf der Autobahn weiter Richtung Österreich.

Österreich (07. - 08. Juli 2001)

Linz, Pichlingersee

Auf unserer Rundreise durch Nordost-Europa überqueren wir in der Nähe von Salzburg die Grenze zwischen Deutschland und Österreich und sind wieder einmal froh, dass vor knapp 3 Jahren die Zollkontrollen zwischen diesen beiden Ländern abgeschafft wurde. Bevor wir jedoch  weiterfahren, verstauen wir die Deutsche Währung (Mark) und nehmen das Couvert mit der Österreichischen Währung (Schilling) zur Hand.

 

Linz liegt an der Donau, ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und nach Wien und Graz die drittgrösste Stadt Österreichs. Wir schlendern durch die verkehrsberuhigte Innenstadt dieses Industriezentrums und genehmigen uns einen Kaffee mit einem Stück Linzer Torte

 

Am Pichlingersee finden wir einen schönen Campingplatz, wo wir unsere erste Nacht auf dieser Camper-Reise verbringen. Am nächsten Morgen gehts bereits wieder weiter Richtung Tschechien.

 

Tschechien (08. - 13. Juli 2001)

Český Krumlov/Krumau - České Budějovice/Budweis

Auf unserer Rundreise durch Nordost-Europa betreten wir bei der Einreise nach Tschechien bzw. Südböhmen Neuland; wir sind gespannt auf unser erstes Osteuropäisches Land. Die heutige Tschechische Republik entstand am 1. Januar 1993 mit der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei. Die Österreichische Schilling haben wir bereits verstaut und nehmen nun Tschechische Kronen zur Hand. 

 

30km nach der Grenze erreichen wir Český Krumlov/Krumau, dessen Altstadt - Weltkulturerbe der UNESCO - wir mit unseren Velos etwas genauer anschauen. Die Moldau fliesst durch ihre Mitte und über den Häusern ragt das Schloss mit seinem farbenprächtigen Rundturm empor. 

Als nächstes steuern wir České Budějovice/Budweis, die Hauptstadt der Region Südböhmen an. Budweis ist vor  allem bekannt durch seine staatliche Bierbrauerei. Der Markenname Budweiser gehört jedoch der amerikanischen Brauerei Anheuser Busch, daher muss das 'echte' Budweiser unter dem Namen Budvar verkauft werden.

Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung und bevor wir uns auf dem in der Nähe liegenden Camping Motel einrichten, verkosten wir natürlich zuerst das einheimische Gebräu. Leider ist der bittere Hopfengeschmack nicht nach unserem Geschmack :o(

Märchenschloss Hluboka - Kernkraftwerk Temelín - Tabor - Louňovice

Am späteren Montag Morgen besichtigen wir das Schloss Hluboká/Schloss Frauenberg in der Stadt Hluboká nad Vltavou. Neben dem märchenhaften Äusseren beeindrucken uns vor allem die Wände und Decken der prunkvollen Räume, die mit edlen Hölzern und reichen Schnitzereien verkleidet sind. 

 

Nach einem gemütlichen Picknick im Schlossgarten winden wir uns anschliessend mit unserem Camper durch die mächtigen Kühltürme des Kernkraftwerks Temelín, dem grössten Kraftwerk Tschechiens. Der Bau und Betrieb des Kraftwerks verursachten zahlreiche Proteste, nicht zuletzt auch aus dem benachbarten Österreich.

 

Für uns gehts aber weiter Richtung Norden über Tabor nach Louňovice. In diesem kleinen Dorf im Bezirk Prag-Ost in der Mittelböhmischen Region der Tschechischen Republik verbringen Jürg Rast, ein Lehrer-Kollege von Ursi, und seine Familie die Sommerferien. Nach einem gemütlichen Schwatz und einem deftigen Nachtessen im Dorf richten wir das Nachtlager im Garten vor dem Haus ein.

 

Prag

10.-12.07.2001

Am Dienstag steuern wir einen Camping in der Nähe von Prag an, um kurz darauf mit einem Zug ins Zentrum der Tschechischen Hauptstadt zu fahren. 

 

 

Wir schlendern zum National-Museum, flanieren über den Wenzelsplatz - die Prachtstrasse von Prag - und erreichen über Umwege die 1402 fertiggestellte Karlsbrücke. Die Brücke mit zahlreichen Statuen katholischer Heiligen ist für den Autoverkehr gesperrt und der Touristenmagnet von Prag. Den eindrucksvollen Blick vom Altstädter Brückenturm zur Prager Burg lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

 

Die 'Stadt der hundert Türme' ist auch bekannt für seine bunten Barockgebäude am Altstädter Ring, seine gotischen Kirchen und der mittelalterlichen astronomischen Uhr, an der zu jeder Stunde ein animiertes Glockenspiel zu sehen ist.

 

Es ist bereits dunkel als wir uns am Rathaus und der Teyn-Kirche vorbei zum Bahnhof aufmachen. 

Natürlich verbringen wir auch noch den nächsten Tag, ein Mittwoch, im Zentrum von Prag. Diesmal geht's aber direkt vom Bahnhof über die Karlsbrücke zur Prager Burg. 

 

Die Prager Burg/Pražský Hrad ist die ehemalige Residenz der Könige von Böhmen. Mit einer Fläche von fast 70.000 Quadratmetern ist sie die grösste Burganlage der Welt. Sie war Residenz der Könige von Böhmen, zweier Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und der Präsidenten der Tschechoslowakei. Heute ist sie Sitz des Präsidenten von Tschechien.

 

In der Prager Burg befindet sich der Veitsdom, in dem neben den Gräbern der böhmischen Herrscher auch deren Krönungsinsignien aufbewahrt werden. 

Das Goldene Gässchen/Zlatá Ulička, auch Alchimistengasse oder Goldmachergasse genannt, ist ein weiterer Anziehungspunkt, der uns interessiert. Berühmtheit erlangte das Gässchen vor allem weil hier unter der Aufsicht Kaiser Rudolfs II. Alchimisten gewirkt haben sollen, um für ihn künstliches Gold und den Stein der Weisen zu erzeugen.

 

Von Hunger getrieben gehts am späteren Nachmittag wieder zurück über die Altstadt zum Campingplatz, wo Chefkoch Tin Can für uns im Restaurant Sanssouci ein leckeres Nachtmahl zubereitet ;o)

 

Melnik - Turnov/Turnau - Nationalpark Český Ráj

Am Donnerstag Morgen fahren wir zur ehemaligen Königsstadt Melnik an der geschichtsträchtigen Elbe, in welche hier die von Süden kommende Moldau mündet. 

 

Weiter geht's in den Nationalpark Český Ráj/Böhmisches Paradies. Mit den Bikes machen wir uns auf, um die interessante Landschaft mit den 'Felsenstädten' aus Sandstein zu erkunden. In einem 3-Sterne Hotel im Park kriegen wir für Fr. 5.- ein bescheidenes Mittags-Mahl aus Gulasch und einem Serviettenkloss.

 

Polen (13. - 25. Juli 2001)

Jelenia Góra

Auf unserer Rundreise durch Nordost-Europa überqueren wir die nördliche Grenze zwischen Tschechien und Polen und steuern Jelenia Góra/Hirschberg an. Dort treffen wir uns mit Stani Gregorovich, einer Bekannten aus der Schweiz.

Zusammen mit ihr feiern wir unseren 22. Hochzeitstag (zivil) in einem kleinen Gasthaus mit einer landestypischen Randensuppe, einer Krokette und einem Glas Rotwein aus Bulgarien. 

 

Wroclaw/Breslau - Oppeln

14.-15. Juli 2001

Vorbei an grossen Kornfeldern erreichen wir am Samstagmorgen Wroclaw/Breslau an der Oder, im Westen von Polen.

 

Breslau ist die Hauptstadt von Niederschlesien und für ihren Marktplatz – den Großen Ring – bekannt, der von ehemaligen Bürgerhäusern gesäumt wird. Auf dem Marktplatz befindet sich neben einer modernen Fontäne auch das gotische Alte Rathaus mit seiner großen astronomischen Uhr. Die ehemalige Dominsel mit der Johannes-Kathedrale ist das eigentliche Wahrzeichen von Breslau.

Weiter geht's zum Freilichtmuseum Wsi Opolskiej in Oppeln, wo man mehrere ländliche Gebäude aus Schlesien besichtigen kann.

Wir campieren irgendwo in Niederschlesien, zwischen Oppeln und Auschwitz. Die Sonne brennt heiss vom Himmel. Wir schieben einen Ruhetag ein, schneiden Haare und stellen uns regelmässig unter die kühlende Aussendusche. 

 

Gegen Abend braten wir uns zwei Koteletten und geniessen ein Risotto mit lokalen Eierschwämmli. Dazu gibts Champagner aus Melnik - ein würdiger Abschluss für unseren 22. Hochzeitstag (kirchlich) ;o)

Auschwitz-Birkenau, Konzentrations- und Vernichtungslager

Das Konzentrationslager Auschwitz war der grösste deutsche Komplex aus Gefangenenlagern zur Zeit des Nationalsozialismus. Auschwitz hatte eine Doppelfunktion als Konzentrations- und Vernichtungslager (Birkenau).  

 

Die während des Zweiten Weltkrieges europaweit gefangen genommenen Menschen wurden per Bahn in das KZ Auschwitz deportiert. Etwa 90 % davon waren Juden aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Sowjetunion, Tschechoslowakei und Ungarn.

 

In der Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz liegt das Vernichtungslager Birkenau. Dort fand im Zuge des Holocaust ein systematischer und fabrikmässiger Mord an europäischen Juden statt. Aber auch andere durch das NS-Regime verfolgte Gruppen wurden dort eingesperrt und ermordet. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich auf 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen.

Beschämt und ergriffen verlassen wir nach einigen Stunden diesen beklemmenden Ort und fahren weiter Richtung Krakau.

 

Krakau/Kraków

16.-18. Juli 2001

Am nächsten Morgen fahren wir vom Camping aus mit dem Velo der Weichsel entlang nach Krakau. Von weitem erkennt man den imposanten Wawel, das ehemalige Königsschloss. 

Im gut erhaltenen Stadtkern mit dem imposanten Marktplatz stehen die Tuchhallen - ein Handelszentrum aus der Renaissance - und die Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert.

 

Unter einem Sonnenschirm - bei einem grossen Bier - warten wir einen plötzlich niedergehenden Platzregen ab, bevor wir die interessante Altstadt von Krakau weiter erkunden.

 

Radom - Warszawa/Warschau

18.-21.07.2001

Von Krakau aus fahren wir in den Norden. Nach einer kurzen Burgbesichtigung in Checiny fahren wir weiter bis nach Radom, wo wir uns für die Nacht auf einen Parkplatz stellen.

Im 2. Weltkrieg wird in Radom ein polnisches Heer von der Deutschen Wehrmacht eingekesselt und mehr als 60'000 polnische Soldaten geraten in Gefangenschaft.

 

Am nächsten Morgen - einem Donnerstag - fahren wir auf den Camping in Warschau ein, satteln unsere Drahtesel und radeln zum Warschauer Kulturpalast. Das von Stalin in Auftrag gegebene 240m hohe Gebäude ist im Stil der Sovietzeit gebaut. Wir lassen uns in einem holprigen Lift in die Höhe tragen und geniessen den Ausblick auf die Stadt.

 

Auf dem Platz vor dem Grab des unbekannten Soldaten findet eine Vereidigung von Polizisten statt, die wir uns zusammen mit zahlreichen Angehörigen anschauen.

 

Die Warschauer Altstadt mit dem Königsschloss wurde nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut. In ihrem Zentrum liegt der Marktplatz Zamkowy mit pastellfarbenen Häusern und vielen Cafés. Wir schlendern durch die malerischen Gassen und geniessen das geschäftige Treiben.

 

Warschau ist die weitläufige Hauptstadt Polens. Die vielfältige Architektur der Stadt – von gotischen Kirchen über klassizistische Paläste bis zu Häuserblocks aus der Sowjetzeit und modernen Wolkenkratzern – spiegelt ihre lange, turbulente Geschichte wider.

 

Am nächsten Tag radeln wir wieder ins Stadt-Zentrum, zum Pawiak-Gefängnis im Warschauer Ghetto, wo über 35'000 Juden umgebracht wurden.

Wir besichtigen auch das Denkmal an den Aufstand im Warschauer Ghetto  - das an die Gefallenen des gescheiterten Aufstand im Warschauer Ghetto erinnert - sowie den Umschlagplatz im Ghetto, von wo weitere 60'000 Juden in die Lager abtransportiert wurden.

Auf dem Camping ist inzwischen eine beträchtliche Anzahl deutscher Camper eingetroffen, die unter der Führung der Firma Seabridge nach Moskau weiterfahren will.

 

Westerplatte - Ostsee

Am Samstag gehts weiter in den Norden Richtung Ostsee, wo wir auf einer Auto-Fähre die Weichsel zur Westerplatte überqueren. 

Die Westerplatte ist eine bewaldete, sandige, langgestreckte Halbinsel zwischen Ostsee und Danziger Hafenkanal. Bekannt wurde sie durch den Beschuss des polnischen Munitionslagers am 1. September 1939, der als Beginn des Zweiten Weltkrieges gilt.

 

Gdańsk/Danzig

Heute Sonntag fahren wir mit dem Camper ins Zentrum von Danzig. Wir durchschreiten das Goldene Tor und schlendern durch die Altstadt von Danzig. Auch hier sind die meisten Häuser restauriert - wir mischen uns unter die zahlreichen Touristen. 

 

Als wir zu unserem Camper zurückkehren, sind unsere Velos mit einer dicken Kette umwickelt. Der Parkwächter kommt angerannt und entschuldigt sich für diese Massnahme und meint 'in Danzig kann man nicht vorsichtig genug sein'.  

 

Leba - Wanderdünen

22-23.07.2001

Von Danzig aus fahren wir weiter zum Fischer- und Badeort Leba an der Ostsee, wo wir uns auf einem der zahlreichen Campingplätze einrichten.

Bei Ursi macht sich erstes Unwohlsein bemerkbar, tapfer sieht sie sich jedoch noch den kleinen Hafenort an. 

Am nächsten Morgen radeln wir zum Slowinski Nationalpark mit den grössten Wanderdünen Europas - bis zu  42m hoch bei einer Wandergeschwindigkeit pro Jahr von bis zu 10m.

 

Ursi kämpft inzwischen mit leichtem Fieber und krampfhaften Magen-/Darm-Problemen. 

Stettin

In Stettin, in der Nähe der deutschen Grenze, steuern wir rasch einen Campingplatz an. Ursi kriegt nun - zusätzlich zu Fieber und Magen-/Darmproblemen - starken Schüttelfrost. Sie tippt auf eine Lebensmittelunverträglichkeit und meint sarkastisch 'wird schon wieder'!

Deutschland (25. Juli - 03. August 2001)

Potsdam

26.-27.7.2001

Auf unserer Nordosteuropa-Rundreise überqueren wir - von Stettin kommend - die Grenze zwischen Polen und Deutschland und steuern einen Camping am Griebnitzsee in der Nähe von Potsdam an. Obwohl Ursi weiterhin krank ist, steht weiterhin Sightseeing auf dem Programm.

 

Wir fahren zum Schloss Sanssouci und bewundern dessen Gartenanlage, das Neue Palais sowie das Chinesische Gartenhaus im Schlosspark

 

Wir erkennen, dass unser Camper unser ganz persönliches 'Sanssouci' darstellt und begeben uns daher bald in die kulinarisch gewieften Hände unseres Leib-Kochs 'Tin Can'.

Berlin

26.-28.07.2001

Von unserem Camping am Griebnitzsee - in der Nähe von Potsdam - fahren wir mit den Velos zum nahen S-Bahnhof, von wo wir dann mit dem Zug ins Zentrum von Berlin fahren.

 

Ursi gehts immer noch nicht besser. Trotzdem radeln wir durch Berlin und besichtigen den Fernsehturm, einen kleinen Rest der Berliner Mauer, eine leerstehende Häuserzeile gegenüber der Mauer und den Alexanderplatz.

 

Das Brandenburger Tor ist gänzlich eingehüllt und wird zurzeit restauriert. Am Kanzleramt und der Schweizer Botschaft vorbei gehts zum Reichstagsgebäude, wo wir uns mit vielen anderen für die Besichtigung der Kuppel anstellen.

 

Ursi gehts inzwischen miserabel.  

Auch am nächsten Tag quält sich Ursi mit Fieber, Schüttelfrost und Magen-/Darm-Problemen. Trotzdem will sie nicht aufgeben und so fahren wir nochmals mit unseren Velos per Bahn ins Zentrum von Berlin.

 

Wir umrunden die Kaiser Wilhelm Gedächniskirche, aber die Siegessäule muss ich alleine besteigen. Nach dem Besuch von Checkpoint Charly ist Ursi zu schwach um noch länger weiterzumachen und lässt sich überreden, die Notaufnahme der Berliner Charité anzufahren.

 

Die Ärzte vermuten eine Lebensmittel-Vergiftung als Ursache - vermutlich der gebratene Fisch an der Ostsee?! Seit Stettin hat Ursi viel Flüssigkeit und Mineralien verloren und muss mit einigen Flüssigkeits-Beuteln - intravenös - wieder aufgepäppelt werden muss. Innerhalb einer Stunde gehts ihr bereits wieder so gut, dass wir per Velo und S-Bahn nach Potsdam zurückkehren können. 

Dresden

Nach einem späten Start in Potsdam erreichen wir gegen Mittag Dresden. Ursi ist immer noch etwas schwach, so dass wir uns bereits nach einer kurzen Besichtigung der Altstadt auf einen Campingplatz zusteuern. Wir nehmen uns vor, irgendwann Dresden nochmals zu besuchen und dann die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu geniessen.

Selb - Regensburg

29.-30.7.2001

Von Dresden gehts direkt nach Selb. Nach einem ausgiebigen Einkaufs-Trip - bei Rosenthal, Hutschenreuter, etc. - und dem Besuch einer Porzellanmanufaktur fahren wir am nächsten Morgen - mit Porzellan beladen - weiter nach Regensburg.

 

 

Auch hier sehen wir uns rasch etwas um, bevor wir uns auf den Camping zurückziehen.

München

31.7.-03.08.2001

In München lassen wir uns einige Tage Zeit und geniessen entspannt das warme Sommerwetter. Ursi geht es nun wieder blendend und wir mögen beide Hefeweizen-Bier und die deftige bayerische Küche. Auch der Schweizer Nationalfeiertag - 1. August - will gebührend gefeiert werden, so dass wir erst am Freitag, nach einer monatigen Rundreise durch Nordost-Europa, wieder in die Schweiz zurückkehren.

 

Über München gehts mit dem Camper wieder zurück in die Schweiz

Griechenland (23. Juli - 18. August 2010)

Von der Schweiz gehts mit dem Camper durch Italien nach Ancona

Rot - 2010  Blau - 1984

Autofähre Ancona/Italien nach Patras/Griechenland

23.-25.07.2010

Am Freitag, kurz nach dem Mittagessen fahren wir mit unserem Camper von Knonau aus durch den Gotthard-Tunnel nach Modena, wo wir unsere erste Nacht auf einem Campingplatz verbringen. Bereits am Samstag Mittag checken wir in Ancona auf einem Büro der Minoan Lines ein, deren Autofähre uns von Italien nach Griechenland bringen wird.

Doch wie befürchtet, hat unsere Fähre Verspätung und ist noch nicht im Hafen von Ancona eingetroffen. Nach gefühlten 100 Std. warten in der Fahrzeugschlange auf dem Pier, trifft der Kahn endlich ein und wir können um 19 Uhr auf die Fähre fahren. Sobald die Fahrzeuge im Bauch des Schiffes verstaut sind, strömen die Passagiere zum Bordrestaurant für ein verspätetes Nachtessen. Doch die hungrigen Mäuler werden rüde weggewiesen - das Küchen- und Restaurant-Personal hat bereits Feierabend gemacht...habt ihr etwa gedacht, wir warten auf euch und machen Überzeit ? Dann, kurz vor 22 Uhr, legt die Fähre ab.

Da wir nicht im Camper übernachten können haben wir uns eine kleine Kabine gemietet. Nach ein paar Stunden Schlaf geht die wärmende Sonne früh über dem adriatischen Meer auf. Wir vertreiben uns die restliche Zeit mit frühstücken, erkunden die Fähre und lassen die Küsten von Kroatien, Montenegro, Albanien und Griechenland an uns vorbeiziehen. Nach langen 22 Std. Fahrzeit erreichen wir den Hafen von Patras/Griechenland.

Kato Alissos - Cap Araxos

25.-27.07.2010

Am Sonntagabend beginnen wir mit unserer 4-wöchigen Peloponnese-Rundreise und fahren vom Mittelmeer-Fährhafen Patras der Küste entlang nach Kato Alissos, wo wir uns auf einem Campingplatz am Golf von Patras niederlassen.

 

Am Montagmorgen gehts ca. 25km per Bike zum Cap Araxos. In einer einfachen Strandbar verspeisen wir unsere erste Wassermelone in diesem Sommer - köstlich! Am späteren Nachmittag sind wir wieder zurück in Alissos und geniessen am Strand den herrlichen Sonnenuntergang und kurz darauf den majestätischen Aufgang des Vollmondes über Patras. 

Insel Zakynthos

27.-29.07.2010

Am Dienstagmorgen lassen wir uns mit der Autofähre von Killini auf die Insel Zakynthos fahren. Zakynthos ist die 15. Insel in Griechenland, die wir besuchen. Angesichts der seit April 2010 brodelnden griechischen Finanzkrise ist auch hier die Anzahl Touristen überschaubar. 

 

Irgendwo im Gebirge lassen wir uns in einer Taverne Moussaka und gebratenen Fisch servieren, bevor wir über Kampi und Anafonitria zum Porto Vromi weiterfahren. Hier buchen wir für morgen früh einen Bootsausflug zu einer der wenigen touristischen Attraktionen von Zakynthos - die Navagio Beach/Shipwreck Beach. Den Abend lassen wir in einer urchigen Klippen-Bar ausklingen. 

Früh am Mittwochmorgen stehen wir beim Bootssteg und freuen uns auf einen interessanten Ausflug. Der Kapitän ringt seine Hände und bringt uns schonend bei, dass er den Trip nicht durchführen kann - nur mit 2 Passagieren lohnt sich die Fahrt für ihn nicht - schade. 

 

Was solls, wir haben ja unsere Bikes dabei. Rasch sind die Drahtesel gesattelt und in knapp einer Stunden radeln wir die 15km durch ein herrliches 'Hochland' zu einem Aussichtspunkt. Ein paar hundert Meter unter uns liegt sie nun - die azurblaue Navagio Beach mit dem gestrandeten Schiffs-Wrack auf dem hellen Sand. Trotz Finanzkrise wimmelt es dort von Touristen und wir sind froh, dass wir hoch über dem Gewusel die herrliche Aussicht geniessen können.

 

Auf der gemütlichen Rückfahrt machen wir einen Abstecher nach Volimes und probieren wieder mal einen griechischen Kaffee - Pulver eingerührt in kochendes Wasser und umgeschüttet in eine kleine Tasse. Bis auf den Kaffeesatz zwischen den Zähnen ist alles bestens ;o)

 

Wieder im Camper fahren wir via Katastari nach Planos und richten uns für eine Nacht im Camping ein.

Kastro

Am Donnerstagmorgen bringt uns die Autofähre von Zakynthos wieder zurück aufs griechische Festland nach Killini.

Auf einem Hügel bei Kastro steht auf einer Höhe von rund 200 m die Burg Chlemoutsi. Sie entstand im 13. Jahrhundert unter der Herrschaft von Gottfried II. von Villehardouin, einem französischen Kreuzritter. Doch auch hier haben wir Pech - die Burg wird bereits um 15 Uhr geschlossen, was uns zu wenig Zeit für eine Besichtigung lässt.

 

Nach einem erfrischenden Drink in Lutra schlagen wir unser Nachtlager in Palouki auf und geniessen einmal mehr einen romantischen Sonnenuntergang.

Antikes Olympia

10km vom Meer entfernt liegt das antike Olympia

Im 5. Jh.v.Ch. feierten die Olympischen Spiele der Antike ihre Blütezeit. Sie dauerten 5 Tage und gingen immer mit Opferfeiern für den Göttervater Zeus einher. 

Die Spiele waren kulturell und politisch von grosser Bedeutung. Sie dienten als politisches Forum, da sowohl das Volk als auch Diplomaten und politische Vertreter aus allen Teilen der griechischen Welt zusammenkamen

Kulturel gesättigt, verlassen wir diese interessante Ruinenstätte und fahren wieder ans Mittelmeer zurück. Da sich die Tankanzeige unseres Campers langsam gegen 'leer' bewegt, steuern wir die nächste Tankstelle an. Leider ist diese und auch die nächsten zwei Tankstellen geschlossen. Was ist da los? Auch die Strassen sind wie leergefegt!

Nur mit Mühe finden wir einen Einheimischen, der uns aufklärt. Seit 4 Tagen befinden sich wegen der Finanzkrise offensichtlich alle Tankstellenbetreiber im Streik. Nach langem Herumfragen erbarmen sich zwei freundliche Griechen und bringen uns zu einem Streikbrecher, der uns zu einem horrenden Preis den Diesel-Tank auffüllt - uff, Glück gehabt.

Kyparissia

30.07.-01.08.2010

Nachdem wir wieder über einen vollen Diesel-Tank verfügen, fahren wir der Küste entlang nach Kyparissia. Mit Sicht aufs Meer lassen wir uns für zwei Tage nieder. Am Abend gibts gegrillten Fisch von meinem Leibkoch Röbä. Zusammen mit einem stark mit Harz versetzten Retsina geniessen wir das Festmahl und lassen uns später von der Brandung in den Schlaf wiegen.

Eine 63km lange Bike-Tour nach dem 500m höher gelegenen Polythea und retour über Kalo Nero sowie ein erfrischendes Schnorchel-Bad im azurblauen Mittelmeer regen unseren Appetit gehörig an. Da kommt eine Meeresfrucht-Platte - in einer am Hafen von Kyparissia gelegenen Taverne - gerade richtig.

Pylos - Methoni

01.-03.08.2010

Am Sonntag, unserem Nationalfeiertag, fahren wir zur Omega Beach, wo sich vor allem Einheimischen im Wasser tummeln. Da 'am Strand liegen' nicht so unser Ding ist, gönnen wir uns nur einen kurzen Aufenthalt. Dafür geniessen wir das Glacé in Pylos umsomehr, bevor es weitergeht zum Hafenstädtchen Methoni.

Methoni wird bereits in Homers Ilias als Pedasos erwähnt. Der Ort war in der Antike wegen ihres natürlichen Hafens eine bedeutende Hafenstadt, die daher von Spartanern, Athenern, Römern, Byzantinern, Venezianern, Osmanen und Deutschen immer wieder verwüstet und eingenommen wurde. Entsprechend eindrucksvoll ist die antike Burganlage, die dieses wichtige Hafenstädtchen hätte schützen sollen.

Kalamata - Stoupa

03.-06.08.2010

Am Dienstagmorgen gehts via Pylos und dann dem Ionischen Meerbusen entlang nach Kalamata. Die Stadt ist der Namensgeber für eine spezielle Sorte von Oliven (dunkelviolett bis schwarz, längliche, ovale Form, doppelt so groß wie herkömmliche schwarze). Doch unser Ziel ist Stoupa, wo wir uns für 3 Tage einrichten.

Natürlich müssen wir am nächsten Tag die bereits wieder angesammelte Energie loswerden und machen uns mit den Bikes auf, die Sehenswürdigkeiten in den Hügeln von Stoupa zu erkunden. Nach 800 Höhenmetern und 40km Fahrstrecke bei einer Hitze von 40-45°C haben wir genug.

 

Der nächste Tag ist zum Entspannen und Lesen reserviert. Ein Einheimischer erzählt uns aber, dass sich mitten im Meer eine Süsswasserquelle entleeren soll. Also nichts wie hin - und bald schauen wir uns dieses interessante Natur-Phänomen mit unserer Schnorchelausrüstung etwas genauer an. Tatsächlich - kühles Süsswasser wabert in grosser Menge aus der Tiefe an die Meeresoberfläche. Ein tiefer Schluck aus der Wassersäule bestätigt das Gerücht - es ist Süsswasser - genial.

Halbinsel Mani - Kap Tenaro

Am Freitag gehts weiter in den Süden durch die Halbinsel Mani mit seinen bekannten Wohnburgen und den antiken Gebäuden nachempfundenen Hotelanlagen. Um die Mittagszeit sind wir in Areopolis und lassen uns ein Gitzi aus dem Ofen schmecken.

Südlich von Areopolis liegen die Höhlen von Vlychada, die wir in einem Boot erkunden und nicht sonderlich beeindruckend finden.

Den südlichsten Teil des Peloponnes bis zum Leuchtturm/Faro Tenaro muss man erwandern, da die Strasse einige Kilometer früher in einen Wanderweg übergeht. Das lassen wir uns nicht entgehen und so wandern wir gemütlich zu dieser Sehenswürdigkeit.

Unweit des Wanderwegs stellen wir uns auf eine Wiese nahe einer Kapelle, geniessen den Sonnenuntergang und verbringen eine ungestörte Nacht.

Gythio - Sparta

Über Areopoli geht die Fahrt am Sonntag quer über die Halbinsel nach Gythio. 4km ausserhalb des Ortes beziehen wir unser Nachtlager und radeln ins Zentrum. Angesichts der offensichtlich seit längerem streikenden Gemeindearbeiter hat sich am Strassenrand viel Abfall angesammelt.

Einen köstlichen Red Snapper in einer Taverne am Hafen von Gythio. lassen wir uns aber trotzdem nicht entgehen.

08.-09.08.2010

Von Gythio aus geht die Fahrt ins karge Landesinnere nach Sparta. Der gleichnamige Staat war über Jahrhunderte die stärkste Militärmacht des antiken Griechenlands. Spartas Macht beruhte auf einer einzigartigen Staats- und Gesellschaftsordnung, die stärker als in den meisten antiken Gemeinwesen militärisch geprägt war. 

Die Spartiaten waren die professionellen Elitekämpfer des Spartanischen Heeres und wurden wirtschaftlich von den unterdrückten Heloten versorgt, die den bei weitem grössten Teil der Bevölkerung stellten. 

 

Ausser einer einsamen Statue eines kampfbereiten Spartiaten ist von all dem inzwischen nur noch wenig zu erkennen. Deshalb stillen wir unseren Wissensdurst im lokalen Oliven-Museum und fahren anschliessend auf einen Camping ins nahe gelegene Mystras.

Mystras ist eine als UNESCO-Weltkulturerbestätte ausgewiesene byzantinische Ruinenstadt nordwestlich von Sparta - auf einem Hügel im Vorfeld des Taygetos-Gebirges. Bei 46°C sind wir wieder mal mit den Bikes unterwegs und begegnen dabei auch wieder dem französischen Kreuzritter Gottfried I. von Villehardouin, der auf einem Hügel eine mächtige Burg errichten liess.

Tripoli - Megalopoli - Lousios Schlucht

Am Montag fahren wir weiter in den Norden nach Tripoli. Leider sind in diesem enggassigen Ort alle für uns geeignete Parkplätze schon belegt, sodass wir via Autobahn in den Westen weiter nach Megalopoli fahren. Diese Stadt hat ausser zwei rauchenden Kohlekraftwerken nicht viel zu bieten, also gehts weiter in den Norden. In der Tiefe der Lousios-Schlucht schlagen wir auf einem Parkplatz am Ufer des Lousios-Fluss unser Nachtlager auf.

In diesem Abschnitt der Schlucht hat es einige antike Ruinen, die wir trotz Fahr-Müdigkeit noch besichtigen, bevor wir uns mit einer köstlichen Paella im Magen früh ins Bett legen.

Kleitoria - Kalavryta - Diakopto

11.-13.08.2010

Am Mittwoch um 8 Uhr ist Röbä bereits wieder voller Energie und nutzt die Bergstrecke hoch nach Elliniko für sein morgendliches Jogging. Weiter gehts ohne nennenswerte Ereignisse nach Kleitoria, wo wir nach einem frühen Nachtessen in einer Taverne auf einem grossen, jedoch leeren Parkplatz unser Nachtlager aufschlagen.

 

Am Donnerstag besteigen wir In Kalavryta einen Touristenzug - von Stadler Rail mit EAO-Türtaster - der uns durch eine Schlucht am Vouraikos-Fluss entlang nach Diakopto fährt. Nach einer unspektakulären Fahrt sind wir nach 4 Std wieder zurück in Kalavryta und fahren nun mit dem Camper nach Diakopto. 

In Lampiri finden wir einen Campingplatz direkt am Golf von Korinth, wo wir uns trotz Vollbelegung noch in eine Ecke reinquetschen können. 

Rion

13.-18.08.2010

Am Freitag fahren wir dem Golf von Korinth entlang nach Rion. Alle Campingplätze an der Küste sind von Griechen besetzt, die ihre Sommerferien oder ihr Wochenende hier verbringen. Also fahren wir über die eindrückliche Rion-Andirrio-Hängebrücke auf die andere Seite des Golfs nach Antirrio. Aber weder hier noch auf unserer Rundfahrt zum Momos-Stausee finden wir einen geeigneten Platz zum Übernachten.

Bei der Rückfahrt über die Rion-Brücke entdecken wir kurz vor dem Eindunkeln den neben diesem Bauwerk liegenden Camping Rion Beach. Diesen grünen Übernachtungsplatz nutzen wir in den nächsten Tagen zum Ausruhen und für diverse Ausflüge in die nähere Umgebung (Bike-Tour nach Patras, Besichtigung der Venezianischen Burg in Rion, Joggen über die Rion-Hängebrücke, Grillieren und Griechische Küche ausgiebig geniessen, etc.)

Autofähre Patras/Griechenland nach Ancona/Italien

Am Dienstag Nachmittag checken wir - nach 24 sonnigen und interessanten Tagen auf dem Peloponnes - in der Hafenstadt Patras wieder auf einer Autofähre der Minoan Line ein. Um 18 Uhr legt der Kahn planmässig ab. 

 

Nach einer ereignislosen Fahrt auf dem Adriatischen Meer mit einem kurzen Halt in Igoumenitsa erreichen wir am späten Mittwochabend wohlbehalten Knonau - schön wars !

Portugal (02. - 05. April 2013)

Lissabon

Am Dienstag in der 1. Osterwoche gönnen wir uns einen Städteflug und besuchen für 4 Tage die Hauptstadt von Portugal, Lisboa/Lissabon.

 

Wir bewundern die gepflegten Plätze, die mit Symbolen und grafischen Mustern aus kleinen Kopfsteinen gepflastert sind. Viele Häuser sind mit aufwändigen farbigen Kacheln verziert. Leider fristen aber viele der stattlichen Paläste ein klägliches Dasein und schreien nach Renovation.

 

Portugiesisch können wir nicht und Englisch scheint noch kein grosses Thema zu sein. So schlagen wir uns mit Händen und Füssen durchs Stadtleben  - und wie immer - es funktioniert.

Mit den Aufzügen/Elavadores oder den gelben 'Trämli' die sich wie flinke kleine Käfer durch jede Ritze zwängen, bewegen wir uns kreuz und quer durch die lebhafte Stadt.

Am Donnerstag geht es mit der Metro nach Belém.

Belém ist portugiesisch für Bethlehem und liegt westlich von Lissabon am Fluss Tejo. Einige der Sehenswürdigkeiten in diesem Stadtteil sind ein Muss für jeden Lissabon-Besucher.

Obwohl sich das Wetter von der nass-kühlen Seite zeigt, bewundern wir die kunstvoll geschmückten Bauwerke und Denkmäler.

Der Christo Rei liegt auf der anderen Flussseite von Lissabon und ist eine 28m hohe Nachbildung des Cristo Redentor von Rio de Janeiro/Brasilien. Da in diesem Stadtteil auch das letzte segelnde portugiesische Kriegs- und Passagierschiff vor Anker liegt, unternehmen wir am Freitag einen Fährausflug über den Fluss Tejo.

Während eines Nachtessens in einem Quartier-Restaurant - gebratener Fisch, leider in viel Öl liegend - werden wir von zwei Musikern unterhalten.

Ein Einheimischer am Nachbartisch erklärt uns, das diese Musik eine verspielte Variante von Fado sei und nimmt uns anschliessend mit in ein traditionelles Fado-Lokal im Stadtteil Alfama.

 

Bei einer Flasche Portwein lauschen wir dem Fado do Lisboa. Dieser tieftraurige, melancholische, opernhafte Gesang ist leider nicht nach unserem Geschmack und so erinnern wir uns gerne zurück an die leichtere Musik-Kost beim Nachtessen.

 

Am Samstag 6.4.2013 fliegen wir von Lissabon wieder in die Schweiz zurück.

Schottland (06. - 20 Juli 2013)

Mit dem Flugzeug von Zürich nach Edinburgh/Schottland kommend

Edinburgh

6. Juli: Wir, das sind Annalis, Monique, Ursi, Ramon und Roby, sind heute in Edinburgh gelandet. Als erstes nehmen wir unser Mietauto in Empfang und die erste Enttäuschung ist gross, denn unser geräumiges Auto, das wir bestellt hatten, ist nicht mehr erhältlich. Also zwängen wir unser Gepäck und uns selber in ein kleineres Fahrzeug. Hoffentlich bleibt das die letzte Enttäuschung!


Unser Bed&Breakfast ist klein und schnuggelig und nach dem Auspacken machen wir uns natürlich sofort in die Stadt. Wir steuern als erstes das Schloss an, beschliessen aber dieses nur von aussen zu betrachten. Einen Spaziergang die Royal Mile rauf und runter und schon macht sich der Durst bemerkbar.

Ein kühles Bier, draussen sitzen und den vorbeischlendernden Menschen zusehen gefällt uns auch ganz gut. Schon bald ist es Zeit fürs Abendessen und das muss natürlich typisch schottisch sein! 

Schottische Küche

Vor der Reise viel gehört, viele Warnungen bekommen: " Esst das jaaaaa nicht!"

Um so mehr wollten wir uns dieser Herausforderung stellen. Ok, bei der Suppe und beim Fischcake kann ja noch nicht so viel passieren. Beim Haggis und dem Black Pudding waren wir schon etwas vorsichtiger. Unser Fazit: "Suuuuuper lecker!"

Haggis ist das schottische Nationalgericht. Es besteht aus Schafs-Innereien und ist sehr nahrhaft. Diese pikante, fleischige Spezialität wird traditionell mit pürierten „Neeps“ (Rüben) und „Tatties“ (Kartoffeln) gereicht. 

Black Pudding ist eine Art Blutwurst mit Hafer und wird in der Pfanne angebraten. 

 

Sticky Toffee Pudding (Dessert) ist eine seeeehr süsse Angelegenheit und ist praktisch auf jeder Speisekarte in Schottland zu finden. Annalis hat dieses Zeug heiss geliebt aber ich (Ursi) konnte es schon fast nicht mehr anschauen!

Highland Folk Museum in Newtonmore 

Die guten alten Zeiten.....oder auch nicht! 
Das Freilichtmuseum gibt einen Einblick in die Lebensweise und Geschichte der schottischen Highlands.
Man fühlt ich wirklich in die Vergangenheit zurück versetzt, ganz speziell beim Betreten des Klassenzimmers von 1930. Der strenge Lehrer steht am Pult, Stock in der Hand und fordert uns auf mit Feder und Tinte die Schönschrift zu üben. Lang, lang ist's her! Aber so unzufrieden ist er mit uns dann auch wieder nicht - wir sind eben Musterschüler!!! ;-)
Als nächstes besichtigen wir eine Wohnhütte, wo uns die Mutter der Familie von ihrem harten Leben erzählt. Wie gut es uns doch heute geht, denke ich auch, als ich die "Bügelstation" betrachte! Viele Sachen sind neu für uns aber bei Vielem kommen auch alte Erinnerungen hoch. Alles in allem ein sehr gelungener Tag. So und jetzt brauchen wir einen Whisky!!

Speyside Cooperage

In der Speyside Cooperage in der Nähe von Aberlour werden ca. 150'000 Eichenfässer (Hogshead) pro Jahr produziert und repariert. Die Coopers (Küfer) arbeiten alle im Akkord, daher ist in dieser Cooperage die Hölle los. Die meisten Fässer gehen an die Destillerien in Speyside, finden aber auch Abnehmer in ganz Schottland. 

 

Die Speyside Cooperage ist die einzige noch in Betrieb befindliche Küferei Schottlands und betätigt sich auch als unabhängiger Whisky-Abfüller.

Whisky

Malt-Whiskys werden auch heute noch in beinahe allen geografischen Regionen Schottlands destilliert. Diese haben sich aber im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte in Bezug auf die Whisky-Herstellung sehr unterschiedlich entwickelt. Als Folge von Krisen, Gersten-Missernten, Kriegen oder durch wirtschaftlich bedingte Zusammenlegungen reduzierte sich die Anzahl der Destillerien in ganz Schottland im Laufe dieses Zeitraumes in einem beinahe unglaublichen Ausmass. Von den um das Jahr 1800 weit über 1000 aktiven Destillerien waren im Jahr 1899 gerade noch 148 lizenzierte Malt-Destillerien übrig geblieben. Heute sind davon nicht einmal mehr 100 in Betrieb!

Um so mehr geniessen wir diesen feinen Tropfen (Edradour Ruby)!

Ford George und Culloden Battlefield

Fort George ist eine Festung aus dem 18. Jahrhundert und liegt nordöstlich von Inverness auf einer Landzunge am Moray Firth. Das Fort gilt als eine der bedeutendsten, nahezu original erhalten gebliebenen europäischen Anlagen aus dieser Zeit. Es wurde gebaut, um das schottische Hochland nach dem Jakobitenaufstand von 1745/1746 zu befrieden.

Die Schlacht von Culloden vom 16. April 1746 zwischen englischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor nahe Inverness in Schottland statt und endete mit einem Sieg der englischen Regierungstruppen.

Inverness und Loch Ness

Nach der Fahrt zum Loch Ness begeben wir uns nach Inverness. In einem Pub lauschen wir der Dudelsack-Musik und geniessen ein kühles Bier. Vor dem Abendessen ist noch eine Stadtbesichtung angesagt. Wir staunen über die vielen frei lebenden Kaninchen im Garten des Inverness Castles. Bis jetzt haben wir nur unzählige Kaninchen (wir nennen sie Highlander) tot, von Autos überfahren, auf der Strasse gesehen.

Beim Denkmal von Flora McDonald (wir kennen diese Dame nicht) kontaktieren wir das Internet, um herauszufinden, wer sie ist.
Hier die Erklärung: Berühmt wurde Flora MacDonald, als sie Charles Edward Stuart („Bonnie Prince Charlie“) nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden zur Flucht verhalf. Sie versteckte ihn zunächst und ruderte dann mit dem Prinzen, der als Zofe „Betty Burke“ verkleidet war, über das Meer zur Insel Skye. Dort schaffte er es, sich einzuschiffen und nach Frankreich zu segeln. Seither ist sie für die Schotten eine Heldin.

Wanderung Tarbat Ness

Alles beginnt ganz locker. Die Männer setzen uns beim Tarbat Ness Leuchtturm ab (wir können sie nicht zum Wandern überreden) und besichtigen die Glenmorangie Destillerie. Wir Frauen wandern dem Uferweg entlang Richtung Rockfield und werden dort wieder abgeholt. Da wir aber keine Karte besitzen (sollte aber nicht so schwierig sein, immer dem Meer entlang), ist es nicht immer so einfach zu entscheiden, welcher Weg nun der beste ist. Irgendwann, schon ziemlich müde, merken wir, dass wir zur verabredeten  Zeit nicht dort sein werden. Kein Problem, für was hat man denn ein Handy? Ohjeh, kein Empfang!! Na ja, die Männer werden sicher auf uns warten. Aber wenn die uns jetzt suchen kommen, finden sie uns nicht, weil wir tief unten den Klippen entlang laufen. Also müssen wir versuchen irgendwie da hoch zu kommen. Aber überall nur dichte Dornenhecken. Vielleicht wissen ja die Schafe wo es lang geh! Leider ist das auch eine Fehlanzeige und wir müssen wieder ein ganz schönes Stück zurücklaufen. Geschlagen mit hängenden Köpfen marschieren wir über Stock und Stein weiter. Plötzlich hören wir ein: "Uuuhuuu!" Woher kommt denn das? Ein zweites Mal: "Uuuhuu!" Und jetzt sehen wir sie, unsere Retter. Sie stehen oben und wie es sich für Prinzen gehört, stürzen sie sich für uns ins Dornengebüsch und bahnen uns einen Weg hindurch. Danke ihr zwei, ohne euch wären wir sicher immer noch am Laufen!

Isle of Sky

Wir haben ein Riesenglück mit dem Wetter. So können wir die wunderschöne Landschaft der Insel Sky richtig geniessen. Nach der Talisker Destillerie machen wir eine Rundfahrt um die ganze Insel. Die speziellen Felsformationen ziehen uns in den Bann. Wir schauen den Schafscherern bei der Arbeit zu und beobachten Otter beim Spielen. 

Mallaig - Glasgow

Der Westen Schottlands beeindruckt uns vor allem mit seinen Lochs und Castles. 
Das Glenfinnan Monument liegt am Ufer von Loch Shiel und markiert die Stelle wo Bonnie Prince Charles nach der verlorenen Schlacht zwischen England und Schottland nach Frankreich floh (mit Hilfe von Flora MacDonald).
Ich bin zwar kein Leser der Harry Potter Bücher, aber wenn wir schon mal da sind schauen wir uns doch die Brücke etwas genauer an! Leider warten wir vergeblich auf den Zug! Also fahren wir weiter und kommen zum höchsten Berg Schottlands und Grossbritanniens, dem Ben Nevis. Leider ist er nebelverhangen und wir können seine wahre Grösse nur erahnen. Nach der Besichtigung der Whisky-Stadt Oban (Destillerie liegt Mitten in der Stadt) kommen wir zum Loch Lomond, wo wir einen Stopp einlegen und durch das schmucke Örtchen Luss spazieren. Unser Hotel beziehen wir für die nächsten zwei Nächte in Glasgow.

Blind Summit/Hidden Dip

Blinder Gipfel - Versteckte Senke!
Ok, die Strassen in Schottland sind etwas hügelig aber vor jedem Hügel eine Tafel, die uns auf den Hügel aufmerksam macht??!! Und wir gehen mal davon aus, dass es nach jedem Hügel irgendwann wieder runter geht!

Glasgow

15. bis 17. Juli
Glasgow ist mit ca. 600'000 Einwohnern die grösste Stadt in Schottland und die drittgrösste in Grossbritannien. Die Stadt hat einen ganz anderen Charme als Edinburgh. Glasgow besticht durch ein Gefühl von Bewegung und Aufgeregtheit während Edinburgh eher durch ihre Ruhe und Besinnlichkeit auffällt. 

Mit dem "Turi-Bus" verschaffen wir uns zuerst einen Überblick über die  Stadt. Es gibt viele architektonisch interessante und kuriose Gebäude zu bewundern - ja sogar einen schiefen Turm. Wobei wir lange hinschauen müssen, bis es uns auffällt! Insgesamt gefällt uns die Stadt sehr gut, ich würde sogar sagen, etwas besser als Edinburgh.

In der Nähe liegen noch zwei Destillerien, Auchentoschan und Glengoyne, welche wir mit einem Ausflug in die Umgebung verbinden. 

Kleinster Coleslaw-Salat

Die ganze Gruppe hat Hunger, nur ich nicht so recht. Macht nichts - ein Salat und ein Bier ist genau richtig!

 

In einem Restaurant in Glasgow bestellen alle eine währschafte Mahlzeit und ich mir einen Coleslaw-Salat.
Das Gelächter ist gross als mein Salat serviert wird - mit zwei Bissen ist das "Ding" verschluckt! Na soooo klein war mein Hunger nun auch wieder nicht!!! Aber Bier nährt ja auch ;o))

Whisky Distilleries

Als Liebhaber schottischer Single Malt Whiskies war es unser Ziel, möglichst viele uns bekannte Whiskies bzw. deren Brennereien auf unserer ca. 1'400 km langen Reise zu besuchen. Die Frauen schafften 18, die Männer 19 Firmenbesuche. Insgesamt haben wir uns durch 9 Destillerien führen lassen.

 

Dabei begegneten uns einigen Superlative, wie etwa

  • die kleinste Destillerie (Edradour)
  • die grösste Destillerie (Glenfidich)
  • die höchste und kälteste Destillerie (Dalwhinnie)
  • die älteste lizenzierte Destillerie in Speyside (Glenlivet)
  • die höchste Brenn-Blase/Still (Glenmorangie)
  • das Still mit dem grössten Volumen (Glenkinchie)
  • die einzige Destillerie in Schottland mit drei Brenndurchläufen (Auchentoshan)
  • der höchste Berg (Ben Nevis, 1344m)
  • der kürzester Fluss (River Morar, Länge 500m)
  • der tiefste See/Loch (Loch Morar, 310m)
  • das flächenmässig grösste Loch (Loch Lomond, 71 km2)
  • das Loch mit dem grösstem Volumen (Loch Ness, 7.4 km3)
  • die meisten gefallenen 'Highlander' gezählt (ist ein Insider ;o)) /Annalis & Röbä, 28 Stk.)
  • der kleinste Salat (Cole Slaw)

..... slangevar

Edinburgh ll.

18.-20. Juli: Wir sind zurück von unserer grossen Rundreise. Der Wettergott war uns hold, viele Schotten haben uns versichert, dass sie schon lange keinen so warmen und trockenen Sommer gehabt hätten.

Wir haben die tolle Landschaft genossen, viel über Whisky gelernt und sind auch etwas traurig, dass es schon bald wieder nach Hause geht.

Zuerst aber haben wir noch zwei Tage hier in Edinburgh. Nebst der letzte Destillerie Glenkinchie machen wir mit dem "Turi-Bus" eine Stadtrundfahrt. Wir schauen uns das Parlamentsgebäude und die Queen Mary (Schiff von Königin Elisabeth) von aussen und innen an.

Zum Abschluss geniessen wir nochmals Haggis gefolgt von Sticky Toffee Pudding und mit einem Rucksack voller Whisky-Gläser (aus jeder besuchten Destillerie zwei) geht's zurück in die Schweiz. 

Mit dem Flugzeug geht's zurück von Edinburgh/Schottland nach Zürich